Die Schuld, die man trägt von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt – Sebastian Bergman #8

Darum geht’s:

Neben der Leiche einer Frau wird an der Wand eine Nachricht für Sebastian Bergman gefunden – eine direkte Aufforderung, den Mörder zu überführen. Es bleibt der Reichsmordkommission unter Leitung von Sebastians Tochter Vanja nichts anderes übrig, als Sebastian doch an den Ermittlungen zu beteiligen, auch wenn niemand davon begeistert ist.

So fand ich’s:

Drei Jahre mussten wir warten, um endlich wieder in das Leben von Sebastian Bergman und die Ermittlungen der Reichsmordkommission schauen zu dürfen. Sebastian ist nicht mehr der komplett egoistische Stinkstiefel, der er früher war, doch auch wenn er sich jetzt mehr zurückhält, um das Wohlwollen seiner Tochter Vanja und den Kontakt zu seiner Enkeltochter nicht zu verlieren, kann er seine Vergangenheit nicht leugnen.

Im aktuellen Fall der Mordkommission zeigen sich Hinweise und Zusammenhänge zu Sebastians früheren Fällen und seinem Leben. Er hat wohl jemandes Leben so zerstört, dass derjenige vor mörderischer Rache nicht zurückschreckt, doch Sebastian kann sich nicht einmal erinnern. Opfer seiner rücksichtlosen Art gibt es jede Menge. Schließlich hat er sich nie für das Schicksal seiner Mitmenschen interessiert, und nun bekommt er die Konsequenzen dieser Lebenseinstellung zu spüren.

Neben dem eigentlichen Kriminalfall ist wie in allen Bänden dieser Serie auch hier wieder das Privatleben der Ermittler – allen voran Sebastians – im Fokus. Die Reichsmordkommission steht kurz vor dem Zerfall, seit Ermittler Billy als der “Mörderpolizist” entlarvt und verhaftet wurde. Sebastian erhofft sich neuen Ruhm, wenn er ein Buch über Billy schreibt, und hält deshalb den Kontakt zu ihm. Sebastians Patient Tim, der wie Sebastian selbst ein Kind beim Tsunami 2004 verloren hatte, ist plötzlich verstorben – mit weitreichenden Folgen direkt für Sebastian.

Vom langjährig bewährten Team der Mordkommission ist nicht mehr viel übrig, was es nicht unbedingt leichter macht, mit zusätzlichen, neuen Leuten effektiv zu arbeiten. Ich habe das alte Team mit seinem blinden Verständnis füreinander, aber auch mit ihren privaten Verstrickungen ein bisschen vermisst, denn einige wurden zu Randfiguren degradiert und die Neuen im Team sind uns noch weitgehend unbekannt.

Dieser achte Band mit Sebastian Bergman ist fest in die Reihe eingebunden. Es ist sehr hilfreich, die Vorgeschichte und Entwicklung der Reichsmordkommission zu kennen, genau wie Sebastians Vergangenheit, denn es gibt Anspielungen, Referenzen und Weiterentwicklungen, die man nur mit den Vorkenntnissen voll und ganz genießen kann. Bei dieser Serie ist niemandes Leben sicher und es geschehen immer wieder ganz unerwartete Dinge, sodass über der ganzen Erzählung eine unterschwellige Befürchtung liegt, dass mit der nächsten Seite im Buch eine Katastrophe geschieht. Und die eine oder andere Wendung ist atemberaubend oder zumindest haarscharf an der Katastrophe vorbei. Dass die beiden Autoren vor nichts Halt machen und so ziemlich alles passieren kann – beruflich wie privat -, genau das finde ich so speziell bei dieser Serie und liebe genau das. Auch in “Die Schuld, die man trägt” war dadurch wieder durchgehend spannende Unterhaltung garantiert.

Wie üblich wird der Kriminalfall komplett und schlüssig aufgeklärt, doch es gibt auch wie immer einen Schluss mit Knalleffekt und Cliffhanger, so dass man die Autoren anflehen möchte, bitte ganz schnell den nächsten Band der Reihe zu veröffentlichen.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Der Mann, der kein Mörder war
Die Frauen, die er kannte
Die Toten, die niemand vermisst
Das Mädchen, das verstummte
Die Menschen, die es nicht verdienen
Die Opfer, die man bringt

Die Früchte, die man erntet
Die Schuld, die man trägt

Herzlichen Dank an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar

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Titel: Die Schuld, die man trägt
Original-Titel: ‎ Skulden man bär
Autor/in: Hjorth & Rosenfeldt
Übersetzer/in: Ursel Allenstein
ISBN / ASIN: ‎978-3-8052-0094-3
Serie: Sebastian Bergman #8
Sprache:
Deutsch
Genre: Krimi
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsjahr:
2023
Medium:
eBook
Seitenzahl: 480
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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2 Comments
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Susanne
2 Monate her

Liebe Gabi,

das klingt doch wiede sehr spanned und interessant.Ich hatte gar nicht aud dem Schirm, dass das letzte Buch schon drei Jahre her ist.

Der Lesestoff geht nie aus.

Liebe Grüße und ein schönes Wochendende

Susanne