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Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten von Matt Haig

Darum geht's:

Die moderne Welt wird immer mehr zu einer Umgebung, die den Menschen nicht gut tut. Die Zahl der psychisch Kranken steigt stetig an. Matt Haig muss sich wegen einer Depression und Angsterkrankung schon lange damit auseinandersetzen, welchen Einfluss Social Media, Politik, Vernetzung, Werbung oder Schlaf auf die psychische Gesundheit haben. Er teilt seine eigenen Erfahrungen und Gedanken dazu in diesem Buch.

So fand ich's:

Ich folge Matt Haig schon lange auf Twitter. Dort äußert er sich zum politischen Tagesgeschehen genauso wie zum Thema Depression oder Angsterkrankung und ich fand und finde seine Tweets immer sehr wertvoll. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als dieses Buch zu mir nach hause gefunden hat - ganz lieben Dank nochmal dafür an die Pink Anemone!

Dieses Buch ist kein Roman, aber auch kein Sachbuch, sondern irgendwas dazwischen. Matt Haig erzählt zum Teil sehr persönliche Erfahrungen, z. B. schildert er, wie er eine Panikattacke im Supermarkt erlebte. Aus seinen eigenen Erlebnissen zieht er Methoden, wie er sich von der reizüberfluteten Umwelt abgrenzen kann, was ihm gut tut und was er vermeiden sollte. Das bringt er in simplen Worten, einem lockeren Erzählton und gut gewählten Beispielen rüber, so dass alle gut nachvollziehen können, wovon er redet. Total unwissenschaftlich, aber umso eindringlicher, denn seine Erkenntnisse kommen aus dem, was ihm selbst widerfahren ist.

Beim Thema Depression konnte ich immer wieder nicken. Wenn ich in Büchern Dinge markieren würde, dann wäre ich hier gar nicht mehr aus dem Anstreichen herausgekommen. Im Grunde hätte ich das ganze Buch markieren können. Was Angststörungen angeht, bin ich persönlich zum Glück nicht damit belastet. Und doch fand ich auch diese Abschnitte sehr lehrreich, denn es hilft einem, sich in diese Problematik hinein zu versetzen. Als Angehörige oder Freunde von psychisch kranken Menschen kann man also ganz sicher auch viel lernen, denn man bekommt etwas mehr Einblicke und Verständnis dafür, wie es Betroffenen geht.

"Mach mal halblang" ist kein Buch, das man von vorne bis hinten durchliest und dann für immer beiseite legt. Es ist wie ein Notizbuch aufgebaut, das zu den verschiedenen Themenbereichen etwas sagt, und es ist dazu gedacht, immer wieder darin zu stöbern und sich Anregungen zu holen, sich trösten zu lassen, dass man mit diesen Problemen nicht alleine da steht oder zu erkennen, wo Vorsicht geboten ist, um rechtzeitig das Ruder herumzureissen - auch oder gerade als (noch) psychisch Gesunder.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:

Pink Anemone
Weltenwanderer

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Titel: Mach mal halblang
Original-Titel:
Notes on a Nervous Planet
Autor: Matt Haig
Übersetzer/in:
Sophie Zeitz
AIBN / ASIN:
978-3-423-26228-6
Sprache:
Deutsch
Genre:
Roman
Verlag:
dtv
Erscheinungsjahr:
2019
Medium:
Klappenbroschur
Seitenzahl: 320
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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1 Monat her

Ich habe mir das Buch gekauft und beim Lesen gedacht “Hm, das kennst du doch”. Bis mir eingefallen ist, dass ich es ja schon im englischen Original gelesen hatte. Düdüm.
So konnte ich es einer lieben Freundin schenken.
Ich mag Matts Bücher sehr und folge ihm ebenfalls auf Twitter.

Da bin ich nochmal (=

Ich kenne bislang nur den dritten Band seiner Weihnachtsreihe und “Ich und die Menschen” wartet (Asche auf mein Haupt) immer noch ungelesen hier! Auf jeden Fall machst du mich nochmals neugierig auf den Autor, denn ein gelesenes Buch meinerseits, skizziert mir ja noch lange nicht alle Facetten eines Autors!

Ich werde zunächst den hier wartenden Titel lesen, aber deine Besprechung macht mich neugierig und auch den von dir vorgestellten Titel behalte ich mal im Hinterkopf.

#litnetzwerk-Grüße!

Liebe Gabi,
Mal wieder eine sehr schöne Buchbesprechung von dir. Von Matt Haig wollte ich schon lange mal was lesen. Ich sehe auch immer seine Tweets und finde, da sagt er immer sehr viele, sehr schlaue und wahre Sachen. Das hat mir sehr Lust auf ein Buch von ihm gemacht. Und was du dazu schreibst klingt auch wirklich gut und macht mich noch neugieriger.
Liebe Grüße. Julia

1 Monat her

Ich kannte diesen Autor bislang noch nicht. Aber spontan gefällt mir die Herangehensweise an das Problem Depression recht gut. Es ist ja wie eine Autobiografie aufgebaut, und sowas ist immer sehr authentisch.
Vielen lieben Dank für den Buchtipp!
LG
Sabiene

1 Monat her

Liebe Gabi,
danke, dass du dieses Buch vorgestellt hast. Ich mag Matt Haig sehr (folge ihm auch auf Twitter), hatte dieses Buch aber irgendwie gar nicht auf dem Schirm.
Liebe Grüße
Kerstin