Buchiges

Yanni’s Story (englisch) von N. R. Walker – Spencer Cohen #4

Darum geht’s:

Yanni hat sich vor seinem brutalen Ex Lance versteckt, doch Spencer Cohen spürt ihn in dessen Auftrag auf. Aber statt Yanni und Lance wieder zusammenzubringen, wie das üblicherweise Spencers Aufgabe ist, hat Spencer gleich erkannt, dass Yanni Hilfe braucht und dass Lance kein guter Mensch, sondern die Person ist, vor dem man Yanni schützen muss. Und Spencer weiß genau, wohin er Yanni bringen muss, damit er die richtige Unterstützung erhält, um wieder auf die Beine zu kommen.

So fand ich’s:

Yanni haben wir im mittleren Band der Spencer Cohen Trilogie schon kurz kennengelernt, denn da traf er auf Spencer und Andrew, die Hauptpersonen der Spencer Cohen Reihe. In diesem vierten Band erzählt uns Yanni selbst seine Geschichte, die zu der gleichen Zeit wie die Spencer Cohen Bücher 2 und 3 spielt. Es gibt aber nicht besonders viele Überschneidungen, so dass man zu keiner Zeit das Gefühl einer Wiederholung hat, auch wenn man die Spencer Cohen Bücher gelesen hat. Man könnte „Yanni’s Story“ sogar als Einzelband lesen. Will man die ganze Serie lesen, empfehle ich doch, diesen vierten Band zum Schluss zu lesen.

Ich war froh, dass die Erzählung erst anfängt, als Yanni schon seinem Exfreund und Peiniger Lance entkommen ist, denn die Beziehung der beiden war von Gewalt und Erniedrigung geprägt. Man erfährt im Laufe der Zeit grob, was Yanni erdulden musste, es geht aber zum Glück nicht ins Detail. Es reicht einem als Leser schon, mitzuerleben, welche Auswirkungen die Zeit als Obdachloser und vor allem die Zeit mit dem miesen Lance auf Yanni hatte. Denn er beginnt seine Geschichte als sehr verängstigter und verschreckter junger Mann ohne Selbstbewusstsein, der an Körper und Seele Schaden genommen hat.

Als er Peter begegnet, ist Yanni höchstens auf der Suche danach, sich einen Freundeskreis aufzubauen und der ruhige, sanftmütige Peter teilt Yannis Vorliebe für Stummfilme. Selbst ein nachmittäglicher Kinobesuch wird zum Wagnis für Yanni, denn er vertraut niemandem mehr und stellt sich die Frage, ob er Peter überhaupt wissen lassen soll, wo er wohnt, ob es eine gute Idee ist, mit ihm nach dem Kino noch in ein Cafe zu gehen usw. Doch Peter hat selbst gerade den Laufpass bekommen und ist völlig zufrieden damit, sein Hobby mit Yanni zu teilen. Auf der Suche nach einer neuen Beziehung ist auch Peter nicht. Und da Peter doppelt so alt wie Yanni ist, bringt der ältere Mann die nötige Gelassenheit und den Weitblick mit, zusätzlich zu seiner sowieso schon fürsorglichen und ruhigen Art, die Yanni dann doch Vertrauen fassen lässt. Und dass der große Altersunterschied für beide kein Hindernis darstellt, sondern eher ihren jeweiligen erotischen Vorlieben in die Hände spielt, entdecken sie erst nach einiger Zeit.

Erzählt wird nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Yanni und Peter, sondern der allgemein gehaltene Titel dieses Buches sagt schon aus, dass es um Yannis Geschichte insgesamt geht. Und dadurch, dass die Tendenz trotz nur kleiner Fortschritte und immer wieder vorkommenden Rückfällen doch kontinuierlich nach oben zeigt, ist dies ein positives Buch. Yanni gerät nach seiner Leidenszeit an gute Menschen, die sich für andere ganz uneigennützig einsetzen und es gelingt ihm, sich so etwas wie eine Ersatzfamilie zu schaffen. Auch seine Mitbewohner werden schnell zu Freunden. Yanni holt sich Stück für Stück das an Lebensfreude und Genuss zurück, was ihm Lance genommen hat und es macht Spaß, diesen Prozess mitzuerleben, auch wenn er langwierig und manchmal schmerzhaft aber dafür umso lebensechter erzählt wird.

Das Buch ist ungewöhnlich lang für das Gay Romance Genre, bei Amazon wird das Taschenbuch mit 440 Seiten angegeben. Und obwohl sich diese Liebesgeschichte extrem langsam entwickelt, fand ich dieses Buch absolut nicht langweilig. Das Tempo passt absolut zu Yannis und Peters Situation, und auch die in der Handlung immer wieder auftauchenden Situationen sind für den Moment durchaus aufregend, es gibt aber keine riesigen Dramen. Das Buch ist gefühlvoll und zögerlich, durchsetzt mit Angst und Unsicherheiten, aber auch mit schönen Momenten und hat mir von Anfang bis zum Schluss sehr gut gefallen.

Deshalb gibt es für „Yanni’s Story“ genau wie für die ersten drei Bände um Spencer und Andrew eine warmherzige Leseempfehlung von mir.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch gibt es hier:
Mikku-chan (auf englisch)
Gaylesen

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Spencer Cohen Buch 1
Spencer Cohen Buch 2
Spencer Cohen Buch 3
Yanni’s Story

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