Buchiges

The Making of Us (englisch) von Debbie McGowan – Checking Him Out #4

Darum geht’s:

Jesse ist mit dem schwulen Paar Matty und Noah befreundet und engagiert sich deshalb auch als Unterstützer im LGBT+Verein an der Uni. Eigentlich hält er sich für komplett heterosexuell, doch als er Leigh trifft, stellt er fest, dass es ihm nicht schwer fällt, seine diesbezüglichen Prinzipien über Bord zu werfen. Leigh ist intersexuell und Jesse ist das völlig egal. Wichtig ist nur, dass er Leigh atemberaubend toll findet.

So fand ich’s:

Die Serie „Checking Him Out“ von Debbie McGowan mag ich sehr gerne und freue mich über jeden neuen Band, der erscheint. Auf die aktuellste Episode „The Making of Us“ habe ich mich aber ganz besonders gefreut, denn die beiden spannenden Nebenfiguren Jesse und Leigh stehen hier im Mittelpunkt. Die beiden sind sich in den früheren Bänden schon über den Weg gelaufen und von Anfang an war klar, dass zwischen ihnen ganz schön die Funken fliegen.

Die Protagonisten der vorhergehenden Bände dieser Reihe haben natürlich auch ihre Auftritte. Die Erwachsenen Adam und Sol beschränken sich auf Taxi-Dienste, aber Noah und Matty erweisen sich als tolle Freunde und es hat Spaß gemacht, wieder von ihnen zu lesen und mitzubekommen, wie es ihnen als Paar geht.

Jesse muss damit kämpfen, dass er sich wegen seines Übergewichtes als nicht besonders liebenswert empfindet und kann gar nicht glauben, dass Leigh sich ausgerechnet für ihn interessiert. Leigh selbst ist intersexuell, das heißt, weder eindeutig männlich noch weiblich. Im Englischen hat es sich wohl eingebürgert, in diesen Fällen die Anrede der Mehrzahl (also they, them usw.) zu verwenden. Das liest sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ganz flüssig und selbstverständlich im Buch. Wobei Leigh regelmäßig Probleme mit offiziellen Stellen und besonders im Krankenhaus bekommt, weil oft unnötiger Weise dort eine eindeutige Zuordnung verlangt wird.

Dies Serie besticht eher durch leise, ernsthafte Töne und auch Leigh und Jesse sind sympathische und ruhige Menschen. Jesse ist schüchtern, aber als er das Gefühl hat, Stellung beziehen zu müssen, wagt er sich in die Öffentlichkeit und zeigt Mut an der richtigen Stelle. Leigh fühlt sich inzwischen wohl in der eigenen Haut und gibt auch Jesse jede Menge Selbstbewusstsein, einfach dadurch, dass Leigh die Gefühle für Jesse deutlich zeigt und in ihrer Beziehung zueinander keine Zweifel aufkommen, nachdem sie sich ihre Sympathie erst einmal gestanden haben. Die beiden nähern sich zielstrebig einander an und statt wilder Leidenschaft herrschen zwischen ihnen zärtliche Gefühle und tiefe Verbundenheit. Das liest sich einfach wunderbar und passt perfekt zu den beiden.

Und so ganz nebenbei wurden mir ein bisschen die Augen geöffnet über intersexuelle Menschen, die (in der Regel aus medizinischen Gründen) nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden können. Da scheint unsere Gesellschaft viel zu unflexibel zu sein, um diese Entscheidung einfach nicht zu treffen. Schon in meinem Monatsrückblick auf den August habe ich das Thema angesprochen, ein paar Links dazu herausgesucht und in den Kommentaren einige sehr interessante Meinungen dazu bekommen, besonders weil es ganz konkret in der deutschen Sprache fast nicht möglich ist, geschlechtsneutrale Formulierungen zu verwenden. Und wenn man sich doch darum bemüht, ist das zwar mit Nachdenken und bewusster Wortwahl in schriftlichen Texten doch zu bewerkstelligen, aber im Gespräch macht es einen flüssigen Dialog schwierig und wahrscheinlich auch ziemlich verkrampft.

Und so hat mich das Buch mit einem für mich neuen Thema bekannt gemacht und mit einer wunderschönen, gefühlvollen Liebesgeschichte zweier toller Menschen sehr gut unterhalten.

Mehr dazu:

Kaufen kann man „The Making of Us“ z. B. bei Amazon.

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:

Checking Him Out [kostenlos] Checking Him Out For the Holidays
Hiding Out

Taking Him On
Checking In
The Making of Us

 

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